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Xiangqi


In Vietnam wird also aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 35 Jahren u.a. ein Schachvergleichskampf zwischen 2 Mannschaften des Gastgeberlandes und Deutschlands ausgetragen. Als „Vorspiel“ auf die Mannschaftsauseinandersetzung gab es ein Spiel im chinesischen Schach - korrekt bezeichnet als „Xiangqi“ - zwischen Dr. Robert Hübner und dem vietnamesischen Meister Vu Huu Cuong. Nun ist unser Doktor keineswegs Deutscher Meister im Xiangqi. Er galt aber lange Zeit nicht nur als weltbester Amateur im Schach, sondern als einer der besten nicht-asiatischen Xiangqi-Spieler. Wie seine aktuelle Spielstärke einzustufen ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Er spielt Xiangqi nicht auf nationaler Ebene und wird in den Rating-Listen nicht geführt. Deutschlands beste Xiangqi-Spieler sind aber allesamt Asiaten und es hätte etwas merkwürdig ausgesehen, z.B. einen chinesischen Studenten als Vertreter Deutschlands mit nach Vietnam zu nehmen.

Es ist eine Ehrenbezeugung, dass ein Xiangqi-Weltklasse-Spieler gegen eine „Langnase“ eine viel beachtete Xiangqi-Partie spielt. Vor Jahren hatte ein Kaufmann aus Hongkong ein Preisgeld in Höhe von einer Million Dollar für den nicht-Asiaten ausgelobt, der es schafft, gegen den amtierenden Xiangqi Weltmeister eine Partie zu gewinnen. Das Geld hat er heute noch. Was aber ist Xiangqi eigentlich?

Man geht davon aus, dass Schach in Persien entwickelt wurde. Von dort wanderte es nach Westen und wurde durch die europäische Kultur beeinflusst. Figuren wie der Läufer werden im englisch-sprachigen Raum noch heute als „Bishop“ bezeichnet und oft auch als solcher dargestellt. Auf die Bezeichnung „Bischof“ für eine Schachfigur würde man in Asien wohl nicht freiwillig kommen. Im Xiangqi heißt die vergleichbare Figur auch „Elefant“, geschuldet dem Weg der asiatischen Schachvariante via Indien. Welchen Einfluss die chinesische Kultur auf Xiangqi hatte, zeigt die Einführung einer Figur, die es in der europäischen Variante nicht gibt: Die Kanone, die auf die Erfindung des Schwarzpulvers zurückgeführt wird. Das ist auch die letzte bekannte Änderung der Regeln im Xiangqi, während im europäischen Schach noch viel später Anpassungen vorgenommen wurden.

Weitere wichtige Unterscheidungen sind, dass Xiangqi auf den Kreuzungspunkten der Linien auf 9x10 Feldern gespielt wird und dass es nur jeweils 5 Bauern gibt. Das macht das Spiel äußerst dynamisch. Es gibt im Gegensatz zum europäischen Schach keine zähen Bauernstrukturen. Dies hat offenbar auch Einfluss auf die asiatischen Schachspieler im Allgemeinen und die Chinesen im Besonderen. Ihr Spiel wirkt oft sehr dynamisch.

Xiangqi ist Volkssport in China. Einer meiner Freunde (Hans-Joachim Siewert, der einigen aus seiner Zeit beim SV Itzehoe oder der SG Glückstadt noch bekannt sein dürfte) hat in China anlässlich einer Xiangqi-Weltmeisterschaft nicht nur durch seine ungewöhnliche Körpergröße einen Menschenauflauf verursacht, sondern durch die Tatsache, dass er mit einem anderen Teilnehmer der Deutschen Mannschaft auf offener Straße eine Partie Xiangqi gespielt hat. Gehen zwei Xiangqi-kundige Europäer hier in Deutschland in ein China-Restaurant und holen ein Xiangqi-Spiel heraus, sollte sie das erst nach dem Essen tun. Es kann passieren, dass sich die gesamte Belegschaft inkl. Koch an dieser Partie beteiligt.

Xiangqi hat sich in Europa nie durchsetzen können. Das hat weniger mit den zunächst ungewohnten Schriftzeichen auf den zweidimensionalen Figuren zu tun, sondern mehr mit der Tatsache, dass es als direkte Konkurrenz zum Schach hier kaum gelehrt wird. Jemand, der sich für Schach nicht interessiert, wird sich auch für Xiangqi kaum erwärmen können. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es extrem schwierig ist, beim Wechsel von Xiangqi auf Schach einfach einen Schalter umzulegen. Dafür sind sich die Figuren zu ähnlich und doch so fremd und die Spielphilosophie ist für Europäer schwer verständlich. Ich bin einmal an einer Xiangqi-Aufgabe verzweifelt. Vorgabe war ein Matt in 5(?) Zügen und ich habe nur eines in 3 Zügen gesehen. Dann wurde mir erklärt, dass ein Chinese lieber ein kunstvolles Ende der Partie herbeiführt, anstatt prosaisch zu gewinnen…

Wer glaubt, dass er lieber zum Xiangqi wechseln sollte, weil er da nicht so viel Theorie peitschen muss, der irrt gewaltig. Dieses Spiel wird seit Jahrhunderten von erheblich mehr Menschen gespielt, als die europäische Variante. Literatur gibt es zu Hauf, gelegentlich auch auf Deutsch. Hans-Joachim Siewert hatte sich einmal die Mühe gemacht, Bücher zu übersetzen. Wer also INteresse hat, mag sich bei mir melden. Vielleicht kann ich da noch etwas vermitteln.

Hier einige Links zu Xiangqi-Seiten:
Deutscher Xiangqi-Bund
Xiangqi in Braunschweig .




Autor: Hans-Werner Stark

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