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Berichte aus dem aktuellen Spielbetrieb


Bezirksliga Ost (A): 9. Runde am 15.04.2018. : 6,0 : 2,0 gegen den Schwarzenbeker SK II

Die Verbandsliga hat uns wieder

Nachdem wir in der Saison 2016/2017 kaum eine Runde vollständig waren, teilweise sogar nur mit 5 Spielern antreten konnten, hatten wir die Reissleine gezogen und in der Bezirksliga einen Neuanfang gestartet. Wer die Rundenübersicht lesen kann, wird unschwer feststellen, dass wir auch in der nun abgelaufen Saison kaum eine Runde gespielt haben, in der unser DWZ-Schnitt die 1800er-Marke übersteigen konnte. Dass wir gleichwohl relativ souverän den sofortigen Wiederaufstieg schaffen konnten, hätten selbst die größten Optimisten unter uns nicht für möglich gehalten. Nun ist es vollbracht und wir müssen sehen, wir wir damit zurecht kommen. Den Aufstiegsplatz werden wir auf jeden Fall in Anspruch nehmen.

Geholfen hat uns sicherlich, dass wir uns im Laufe der Saison verstärken konnten, während die Schachfreunde aus Bargteheide viel zu oft Spieler an die eigene erste Mannschaft abgeben mussten. So geschwächt konnten sie ihrer Favoritenrolle zum Ende der Saison nicht mehr gerecht werden. Diese Steilvorlage haben wir dankbar aufgegriffen.

Im letzten Spiel der abgelaufenen Saison mussten wir in Schwarzenbek zumindest ein 4:4 erreichen, um den Aufstieg perfekt zu machen. Auch beim Schwarzenbeker SK II litt man in dieser Saison sehr oft unter der Schwindsucht der ersten Mannschaft. Die ersten 4 Bretter standen dem Team nie zur Verfügung und auch am letzten Spieltag musste man Brett 1 frei lassen. Mit der wohl stärksten Aufstellung dieser Saison gegen 7 Schwarzenbeker. Das sollte eigentlich reichen. Mit dem notwendigen Selbstbewusstsein gingen unsere Helden dann auch zu Werke. Allerdings dauerte es rund 2 Stunden, bis etwas passierte.

Dem kampflosen Punkt für uns fügte Michael Kottke an Brett 6 den zweiten Zähler hinzu. Ernst Dyck überließ ihm reichlich Raum für einen Angriff. Als der Schwarzenbeker seine Königsstellung dann auch noch schwächte, ließ Michael sich nicht 2x bitten. Konzentriert kreiste er den weißen König ein und ließ sich angemessen Zeit, um alles so zu postieren, dass der entscheidende Schlag in die weiße Königsstellung zum sofortige Ende führte. Das sah ausgesprochen gut aus. An Brett 7 erhöhte Baran Yüksel gegen Karl-Heinz Budik auf 3:0. Mit für seine Verhältnisse bedächtigem Stil versuchte Baran nichts mit der Brechstange, sondern verließ sich auf seine Fertigkeiten im Endspiel. Kaum war das dann erreicht, musste sein Gegner auch schon aufgeben. An Brett 8 dann der kleine Dämpfer. Nach einer gelungenen Eröffnungsphase schienen Matthias Gödelt gegen Heinrich Steffens die Ideen auszugehen. Er zog seine Figuren wieder zurück und überließ dem Schwarzenbeker Raum und Initiative. Als es eng wurde, versuchte Matthias mit Gewalt einen Befreiungsschlag, aber das funktionierte nicht. Beim Stande von 3:1 brauchten wir noch einen Punkt.

An Brett 5 versuchte Lennart Schneider hartnäckig die Verteidigung des erfahrenen Dr. Gisbert Claassen auszuhebeln. Aber im Endspiel guter Springer gegen schlechter Läufer konnte dieser Läufer grade so eben alle Einbruchsfelder decken und Lennart musste sich ins Remis fügen. Den entscheidenden Punkt holte Neuzugang Heinz-Dieter Semmelroth an Brett 4 gegen Mukesh Rai. Heinz-Dieter hatte eine fast einjährige Schachpause hinter sich und musste erst wieder das Gefühl entwickeln, einen konkreten Plan zun finden. Sein Gegner machte es ihm zunächst einfach und überließ der Schwarzpartei schon bald nach der Eröffnung die Initiative. Danach hielt der Schwarzenbeker aber den Laden zusammen. Heinz-Dieter versuchte es links, rechts und in der Mitte. Als er sich den Gegener endlich zurecht gestellt hatte, konnte dieser vermeintlich einen Konter setzen. In dieser Phase unterlief unserem Neuzugang der einzige Fehler in der Partie. Plötzlich hatte er einen Bauern weniger, Dennoch wickelte er in ein Turmendspiel ab, dass er aufgrund eines vorgerückten Freibauern auch sicher nach hause spielte. Aufstieg gesichert!!

An Brett 3 hatte sich Andre Blöß gewohnt bedächtig, aber nachhaltig aufgebaut. Er schnürte seinen Gegner Thomas Kaunat immer mehr ein und gewann folgerichtig einen Bauern. Aber anstatt nun mit diesem Mehrbauern und einer zentralen offenen Linie zu agieren, hatte Andre immer einen überfallartigen Mattangriff im Blick. Nur funktionierte der nicht. Im Gegenteil. Kaunat bekam Spiel für den Bauern und als Andre in schwindender Zeit eine zwingende Fortsetzung mit dem Gewinn der Qualität ausließ, war der Vorteil verspielt. Als Lohn für die Mühe wurde den Gastgebern ein weitere halber Zähler überreicht. Den gönnte Stefan Kosanke an Brett 2 seinem Gegner Christian Aufenanger nicht. Nach der Eröffnung war Stefans Plan klar: drei gegen 2 Bauern auf dem Damenflügel und dieses Übergewicht sollte den Tag entscheiden. Aufenanger schaffte es nicht, im Zentrum oder auf dem Königsflügel ausreichend Gegenspiel zu bekommen. Als er dann noch das Läuferpaar hergab, so dass bei Damen und Türmen auf dem Brett ungleichfarbige Läufer verblieben, war es um ihn geschehen, denn Stefans Läufer war agil und bedrohte in vorderster Front auch die weiße Königsstellung, während der weiße Läufer zur Passivität verdammt war. Das ließ sich Stefan nicht mehr nehmen und vollendete den Tag zum 6:2 für den SV Bad Oldesloe.



Bezirksliga Ost (A): 8. Runde am 18.03.2018. : 5,0 : 3,0 gegen den SK Kaltenkirchen

Ein hartes Stück Arbeit

An einem denkwürdigen Doppelspieltag (SV Bad Oldesloe I - SK Kaltenkirchen I und SV Bad Oldesloe II - SK Kaltenkirchen II) waren die Gästeteams sehr zeitig an unserem Spiellokal erschienen und beeindruckten durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit im Gegensatz zu den Gastgebern, die etwas träge hereintrudelten, aber das sollte täuschen.

Unsere Begegnung in der Bezirksliga zweier "Abstiegsteams" konnte man als echtes Spitzenspiel betrachten. Von der regelmäßig auflaufenden Stammbesetzung der beiden Mannschaften fehlte dann auch nur jeweils ein Spieler. Beide 8er-Gruppen wollten es also wissen und begannen ihre Partien auch hoch konzentriert. Unter Berücksichtigung der DWZ-Zahlen gingen wir als leichter Favorit ins Rennen, dabei hatten wir an den ersten 3 Brettern deutliche Vorteile, aber zu Partiebeginn war davon nicht viel zu sehen. Immerhin hatten wir hier 2x Schwarz und da ist es schon etwas schwerer, den Gegner umgehend anzuspringen.

Ich hatte es mit dem Kaltenkirchener "Prellbock" Jan Erik Schaper zu tun. Er machte seine Arbeit gut. Die Devise der Gäste konnte nur lauten : Vorne halten, hinten spalten, aber halten macht man im Schach nicht durch passives Spiel. Mein Gegner baute sich sorgfältig und nachhaltig auf. Ich machte mich auf einen anstrengenden und langen Tag gefasst. Stefan Kosanke traf auf Helmut Kracht und der schien an diesem Tag gut aufgelegt und agierte sehr aufmerksam. Nur Heiko Hencke an Brett 3 spielte unserem André Blöß mit seinem Aufbau in die Karten. Von einer weißen Initiative war schnell nichts mehr zu sehen.

An Brett 4 traf Lennart Schneider auf Dirk Schiller. In der Eröffnung versäumte Lennart eine bessere Zugfolge, hatte trotzdem etwas mehr vom Spiel. An Brett 5 spielte Wolf Krumbholz gegen Jens Grimm nicht sofort auf Biegen und Brechen. Dadurch zeichnete sich früh eine etwas zähe Stellung ab, was aus unserer Sicht nur von Vorteil sein konnte. Michael Kottke wählte gegen Achim Nowack einen bedächtigen Aufbau. Erst einmal sehen, was passiert....

An Brett 7 sah ich bei Baran Yüksel gegen Rolf-Rüdiger Zechel eine geschlossene Stellung, in der nicht viel los war. Allerdings ist Baran eher ein Taktiker, so dass ihm die Eröffnung sicher nicht entgegen kam. Matthias Gödelt machte es an Brett 8 ähnlich wie Michael Kottke an Brett 6. Gegen den erfahrenen Gerhard Holzberg sollte ein ruhiger Aufbau die Basis sein. Insgesamt tat sich lange Zeit nichts bis gar nichts.

Dann unterlief ausgerechnet Baran ein taktisches Missgeschick, das ihn einen Bauern kostete, leider ohne jegliche Kompensation. Fast zeitgleich wählten Stefan und Lennart mit Weiß Fortsetzungen, die einen baldigen Friedensschluss vermuten ließen. Den vereinbarten Wolf und Michael noch vorher. Die Schlussstellungen habe ich nicht sehen können. Lennart schloss sich mit einem weiteren Friedensschluss dem dann an. Er hatte jedenfalls keine aussichtsreiche Stellung mehr. Auch Matthias kam zu seinem Remis an Brett 8 und ich bekam Bedenken. Stefan hatte nichts erreicht, ich auch nicht, Barans miese Stellung kompensierte allenfalls André, aber ein 4:4 sollte nur reichen, um in der Tabelle nach Brettpunkten vor den Gästen bleiben zu können. Für den Weg nach ganz oben brauchte es schon einen Sieg und dann half uns Caissa und eine momentane Schachblindheit von Helmut Kracht. Schon den Nachwuchskräften bringt man bei, einen Angriff nicht mit einem Gegenangriff zu erwidern. Der Kaltenkirchener tat es aber und Stefan sammelte die ganze Figur ein und brachte uns in Führung. Ich konnte derweil meine Position Zug um Zug verstärken, weil meinem Gegner früh der fatale Fehler unterlaufen war, in einer nichtssagenden Position 45 Minuten an Zeit zu investieren. Zeit, die er in dem entstehenden Doppelturmendspiel dringend benötigt hätte. Prombt entschied er sich in einer Stellung in der ich die ersten Drohungen aufstellen konnte, für den falschen Weg. Über 30 Züge ordentlich gespielt, aber dann ging es steil bergab und ich konnte den Tag doch noch siegreich gestalten. An Brett 3 schien André etwas den Faden verloren zu haben und sein Gegner träumte von einem Angriff auf der H-Linie. Da war aber nichts, sondern das Unheil brach in der Mitte über ihn herein, als er seine Figuren dort abgezogen hatte: Figur und Punkt an André. Beim Stand von 5:2 funktionierte der letzte "Beschissversuch" von Baran nicht, so dass die Gäste verkürzen konnten.

Plötzlich stehen wir wieder ganz vorne in der Tabelle. Ein 4:4 am letzten Spieltag gegen den SK Schwarzenbek II und wir müssen uns mit dem Gedanken beschäftigen, in der kommenden Saison wieder Verbandsliga zu spielen: Bargteheide verlor die Begegnung bei LSV VI

Bezirksklasse Ost (A): 8. Runde am 18.03.2018. : 4,5 (3,5) : 3,5 (4,5) gegen den SK Kaltenkirchen II

Gewonnen und doch verloren

Groß war die Freude der Oldesloeer, als am Ende des Spieltages die ersten beiden Mannschaftspunkte vermeintlich im Sack waren. Es wäre ein extrem glücklicher Sieg gewesen, denn die Partien von Joseph Ho und Viggo Westerlin waren eigentlich schon verloren, aber die Oldesloer holten hier noch 1,5 Punkte, so dass zusammwen mit den verdienten Erfolgen von Anja Yüksel, Edris Hami und Lasse Schneider 4,5 Punkte zusammen kamen. Groß die abendliche Enttäuschung, denn der Mannschaftsführerin war ein verhängnisvoller Aufstellungsfehler unterlaufen. Lasse Schneider war ein Brett zu tief eingesetzt, so dass sein Punkt an die Gäste ging - schade....






Bezirksliga Ost (A): 7. Runde am 25.02. : 5,5 : 2,5 gegen den VfL Geesthacht

Klarer Sieg, der noch zu niedrig ausgefallen ist

Die Mannschaft aus Geesthacht sollte für uns keine große Hürde darstellen oder sogar zum Stolperstein werden. Gleichwohl begann der Sonntag wenig erquicklich, denn Jacob Warter war weder am Treffpunkt erschienen, noch zu Hause erreichbar. Also reisten wir nur mit 7 Spielern, einer veränderten Aufstellung und einem 0-1 im Gepäck zum Spielort.

Bei der Aufstellung der Gastgeber war aber klar, dass sich das Bild schnell zu unseren Gunsten wenden würde, denn die beiden Jugendbretter 7+8 bei Geesthacht waren unseren Recken deutlich unterlegen. So war es dann auch Michael Kottke, der gegen Justin Ashauer zeigte, was ein 1000-DWZ-Punkte Vorsprung bedeutet. Er entledigte sich dieser Pflichtaufgabe in Windeseile und war fortan zum Zusehen verdammt. Kurz darauf gingen wir mit 2:1 in Führung, als Baran Yüksel an Brett 8 Leon Eisele erst eine Figur und wenig später sehr sicher den ganzen Punkt abnahm.

Lennart Schneider konnte seinen Gegner Ralf Reineke schon in der Eröffnug überspielen. Er zertrümmerte die schwarze Königsstellung, wollte dann aber "schön" gewinnen und musste nach Hergabe der Qualität noch einiges an Arbeit in die Partie stecken. Gott sei Dank erleichterte sein Gegner ihm die Arbeit und Lennart konnte zum 3:1 vorlegen.

Als ich zum ersten Mal auf das Brett von Wolf Krumbholz sah, hatte er sich gegen Dietrich Gütschow sauber aus der Eröffnung heraus mit Schwarz etwas Initiative erarbeitet. Wenig später fraß er aber einen vergifteten Bauern und büßte eine Figur ein. Wieder einmal mit dem Rücken zur Wand setzte Wolf alles in Bewegung und gewann die Figur zurück. Scheinbar kann er in diesem Jahr mit einem materiellen Vorteil nicht gut umgehen, denn bei meinem nächtsen Blick suchte ich etwas ratlos einen Turm von ihm und fand ihn neben dem Brett, aber keinen des Geesthachters. Erneut war eine Fesselung das Verhängnis und dieses Mal gab es kein Entrinnen, den Geesthachtern war der Anschluss zum 2:3 gelungen.

Derweil war ich mit meiner Stellung recht zufrieden. Mein Gegner drohte links, dann in der Mitte und letztlich rechts ins Spiel zu kommen, aber ich konnte die Bemühungen von Rene Dahm im Keime ersticken und jedes Mal den Druck gegen den gegnerischen König bei gegenläufigen Rochaden leicht erhöhen. In Zeitnot und um den weißen Drohungen auszuweichen, entschloss sich mein Gegner zur Flucht nach vorne, was aber nach hinten losging. Er musste die Qualität geben, was seine Stellung aber nicht wirklich entlastete. Ohne Bauern vor dem König ist ein König im Trommelfeuer gegnerischer Schwerfiguren in der Regel hilflos. An diesem Tag war ich endlich wieder zufrieden mit meiner eigenen Leistung, denn mein Gegner hat sich letztlich nicht selbst geschlagen.

Den Siegtreffer erzielte Andre Blöß an Brett 3. Andre konnte erst einen Bauern gewinnen und danach eine Leichtfigur von Georg Jarisch fesseln. Durch feine Manöver musste der Geesthachter erst die Qualität und danach einen weiteren Bauern geben. Das führte Andre sicher zum Sieg. Beim Stand von 5:2 bot Stefan Kosanke an Brett 2 Remis an. Die Partie gab auch nichts mehr her. Von Beginn an versuchte Wolf-Rüdiger Siemensen alles, um die Stellung geschlossen zu halten. Nur keine Komplikationen! Er tat dies sehr geschickt und Stefan fand keinen Hebel. Beim Friedensschluss waren nur insgesamt 6 Leichtfiguren vom Brett verschwunden.

Nachdem die Schachfreunde aus Kaltenkirchen gegen Ahrensburg überraschend einen weiteren Punkt eingebüßt haben, liegt Bargteheide nach Brettpunkten wieder vorne. Der Sieger der kommenden Partie zwischen Bad Oldesloe und Kaltenkirchen muss auf einen weiteren Ausrutscher des Ligafavoriten hoffen, denn deren Brettpunktvorsprung ist nicht mehr aufzuholen.



Bezirksliga Ost (A): 6. Runde am 21.01. : 5,5 : 2,5 gegen den SV Bad Schwartau II

Souverän geht anders

An einem 5,5:2,5 - Erfolg gibt es grundsätzlich nichts zu mäkeln. Und hätte man mir den Endstand vor rund einer Woche versprochen, wäre ich erleichtert gewesen, denn nur wenige Tage vor dem Kapf sah alles nach einem kampflosen Brettverlust für uns aus. Plötzlich und unerwartet, aber nichts desto trotz überaus erfreulich meldete sich mit Matthias Gödelt ein Spieler aus dem Krankenstand zurück und ließ sich auch gleich für den Wettkampf rekrutieren. Als dann noch klar war, dass demgegenüber unsere Gäste nur mit 6 Spielern antreten konnten, sollte eigentlich nichts mehr anbrennen können. Dass es dann doch noch zwischenzeitlich eng wurde, lag möglicherweise daran, dass einige von uns den Kampf schon abgehakt hatten.

Nach einer Stunde also 2:0 für uns, aber wie sah es da aus? Ich fand mich in einer Eröffnung wieder, die ich selber jahrelang mit Weiß gespielt hatte. Keine Gefahr für mich, aber zunächst auch kaum eine Chance für aktives Spiel gegen Patrick Saß. An Brett 2 hatte Stefan Kosanke dagegen aktives Spiel und René Radßat musste sehen, wie er den Laden zusammen hielt. Brett 3 ging kampflos an Lennart Schneider. An Brett 4 der erste Dämpfer. Wolf Krumbholz hatte einen Bauern für einen erhofften Angriff geopfert, der aber nichts wurde. Er schmiss einen zweiten hinterher, um im Trüben fischen zu können, aber noch hatte Alwin Schwerdt alles im Griff. Brett 5 ging kampflos an Michael Kottke.

An Brett 6 zog Baran Yüksel wieder in einem Tempo, als ob er noch etwas vor gehabt hätte. Josef Wiecki nahm erst mal in aller Seelenruhe einen Bauern und ließ die Angriffe gegen sich abprallen - der zweite Dämpfer. An Brett 7 hatte Matthias Gödelt keine Probleme mit dem Aufbau von Volker Schindel. Dagegen an Brett 8 der dritte Dämpfer, denn Anja Yüksel hatte nach einer verkorksten Eröffnung gleich 2 Bauern weniger. Objektiv gesehen kämpften wir um das 4:4.

Matthias war der erste, der eine gespielte Partie beenden konnte und mit sauberem Spiel ein sicheres Remis zu unserem Ergebnis beisteuerte. In schlechter Stellung fing Baran an, zu überlegen und gut zu spielen. Er rettete seinen Tag, indem er seinen Minusbauern zurückholte und danach noch ein paar heikle Momente überstehen und damit einen weiteren halben Zähler holen konnte: Zwischenstand 3:1. Danach war ich dran. Unverändert hatte ich wenig Chancen, Unordnung ins Spiel zu bekommen, bis ich meinem Gegner einen Bauern anbot, den er glücklichwerweise auch nahm. Danach konnte ich alles aktivieren, meinen Gegner lähmen und den Bauern schnell wieder reinholen, ohne die Stellung zu vereinfachen. Er bot sogar die Qualle an, aber mein Monsterläufer im Zentrum mit Druck gegen den weißen König und den weißen Damenflügel war stärker als sein passiver Turm. Im 40. Zug durfte ich mattsetzen. In einem Punktspiel ein seltener Moment. Aus den letzten Partien musste jetzt nur noch ein halber Punkt rausspringen.

Dass es ausgerechnet Anja sein würde, die den entscheidenden halben gegen Frido Sallandt holen würde, hätte ich nicht erwartet. Sie hatte mittlerweile sogar die Qualität eingebüßt, aber ihr junger Gegenüber hatte sich zu passiv aufgebaut, sodass Anjas Springer im Lager des Feindes dessen Aktivitäten lähmen konnte. Ein Befreiungsschlag war nicht ersichtlich. Zwischenstand ergo 4,5:1,5. Stefan hatte an Brett 2 eine starke Leistung gezeigt, die Figur geopfert, aber dann den Sack nicht zumachen können. Er bekam immerhin 4 Bauern für die Figur, stand aber unter Druck, verlor dann sogar einen der Bauern, aber im entscheidenden Moment nicht die Übersicht. Sein Gegner gab die Figur zurück, konnte das Turmendspiel aber nicht gewinnen - auch Remis. Und Zuletzt unser Mannschaftsführer Wolf Krumholz. Wie bei Familie Yüksel begann seine starke Phase, als es fast schon aussichtslos war. Turmendspiel mit Minusbauer auf dem gleichen Flügel - und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie noch heute.... So weit wollten es die Kontrahenten nicht kommen lassen und auch an diesem Brett Remis.




Bezirksliga Ost (A): 5. Runde am 21.01. : 5,0 : 3,0 gegen den Lübecker SV VI

Ein wenig Glück gehört dazu

Nachdem wir gegen LSV V nach großem Kampf mit 5:3 gewinnen konnten, waren wir gegen LSV VI der klare Favorit. Die einzigen beiden Mannschaftspunkte unseres Gegners holten diese durch einen kampflosen Sieg über Schwarzenbek II. Aber wie so oft taten wir uns gegen die Underdogs recht schwer und als ich am Ende des Spieltages nach Hause fuhr, wischte ich mir die eine oder andere Schweißperle von der Stirn.

Nach dem Neuzugang von Andre Blöß traten wir in faktischer Bestsetzung gegen eine erwei-terte Jugendmannschaft an und das ist immer gefährlich, denn die Truppe konnte unbe-schwert aufspielen und das taten sie dann auch.

Brett 8 ist in dieser Saison für uns scheinbar mit einem Fluch belegt. 4 Runden und 4 Nullen und auch in Runde 5 setzte sich dieser Trend fort. Jacob Warter hatte bislang einen guten Lauf. 3 aus 4 war seine Bilanz, aber an diesem Spieltag lief vieles bis alles schief. Als ich zum ersten Mal auf sein Brett sah, schien alles noch in Ordnung. Der Aufbau gefiel mir zwar nicht, aber wenn man weder mit Weiß noch mit Schwarz zu einer solchen Variante greift, muss es nicht heißen, dass die Stellung schlecht ist. Tristan Lindenberg stellte sich passiv, aber sicher auf. Als ich zum zweiten Mal auf das Brett sah, hatte Jacob eine Figur weniger, aber keine Kompensation. Und so ging Punkt 1 an die Gäste. Der Ausgleich gelang Baran Yüksel an Brett 7. Gegen Senior Prof. Dr. Arnold kramte er eine Stellung hervor, die ihm beim Kadertraining nahe gelegt worden war. Obwohl ich seine Stellung etwas skeptisch betrachtete, kam sein Gegner damit weit weniger zu Recht als Baran, der erst die Dame für Turm und Läufer und dann gegen den fast nackten weißen König mit seiner agilen Tante weiteres Material und den Punkt einsammeln konnte.

Lennart Schneider brachte uns an Brett 4 in Führung. Jalel Silini unterschätzte die weiße Stellung scheinbar und Lennart konnte einen ersten Bauern gewinnen. In der Folge versuchte der Lübecker einen Angriff gegen Lennarts König zu inszenieren. Das kostete einen weiteren Bauern, ohne dass der Angriff wirklich gefährlich werden konnte. Lennart ließ nichts anbrennen, tauschte die Damen und gewann das Turmendspiel sehr sicher. Stefan Kosanke konnte die Führung auf 3:1 ausbauen. Alexandra Mundt ließ ihren König in der Brettmitte stehen und eröffnete Stefan die Läuferdiagonale h1/a8. Das veranlasste ihn zu einem Bauernofer in der Brettmitte. Die Lübeckerin versuchte den ständigen Angriffen durch die lange Rochade zu entkommen, aber Stefan fand einen Weg, den Druck aufrecht zu halten. Am Ende war es der Läufer auf g2, der den Tag entschied. Mutig und stark von Stefan vorgetragen.

Den „Anschlusstreffer“ kassierten wir an Brett 5. Wolf Krumbholz hatte nach meinem Ein-druck gegen Knut Kloerss alles im Griff. Bei noch jeweils 7 Bauern und die komplette Schwerfiguren-Batterie konnte eigentlich niemand obsiegen, aber scheinbar schien Wolf et-was versuchen zu wollen, was jedoch nicht funktionierte. Wie der Punkt dann an die Gäste ging, habe ich nicht mitbekommen. Den alten 2-Punkte-Abstand stellte ich dann her. Fran-cisco Valverde ließ mich schnell zum Ausgleich kommen. Anschließend bewegte sich zu-nächst nicht viel, allerdings hatte ich mit dem Läuferpaar und einer offenen Stellung mit latenten Diagonaldrohungen die leicht bessere Stellung. Bei dem Versuch, seine Stellung durch den Tausch der Damen zu entlasten büßte mein Gegner die Qualle ein. Da ich auch noch besser entwickelt war, ging es danach recht zügig dem Ende entgegen.

Es stand also 4:2 und André Blöß wollte an Brett 3 gegen Joa Max Bornholdt mit einem Re-mis den Sack zumachen, aber sein 450-DWZ-Punkte „leichterer“ Gegner lehnte ab! André hatte mit Schwarz und seiner bekannten Schachtelstellung nicht viel herausholen können. Im Gegenteil, es gab plötzlich ekelige Motive für den Lübecker. Parallel hatte Michael Kottke an Brett 6 gegen Philipp Stülcken irgendwo einen Bauern eingebüßt. In einer recht ruhig angelegten Partie kam der Lübecker Jugendspieler relativ gut mit den Stellungsproblemen zu Recht und hatte nach und nach das Heft des Handelns in die Hand genommen. In dieser etwas gefährlichen Lage behielten unsere „Oldies“ (sorry André) aber einen kühlen Kopf. Trotz Zeitnot ließen sie nichts anbrennen und beendeten den Kampf mit zwei Arbeitsremis.





Bezirksliga Ost (A): 4. Runde am 12.11.2017: 5,5 : 2,5 gegen den Ahrensburger TSV

Ein hartes Stück Arbeit

Vor diesem Kampf mussten wir uns notgedrungen mit der Rolle des Favoriten abfinden. Allerdings waren die Kämpfe mit dem ATSV früher selbst bei ähnlicher Kräfteverteilung ein Ritt auf des Messers Schneide. Und so war es auch dieses Mal. Das Endergebnis täuscht etwas über den Spielverlauf hinweg.

Ich hatte es mit Erwin Lehmann zu tun. Maximale Erfahrung erwartete mich also. Und beim Übergang ins Mittelspiel erwischte mich mich mein Gegner auf dem falschen Fuß. Ich musste plötzlich nach einem Plan suchen, den ich lange nicht wirklich fand. Im Gegenteil, gleich 2x in Folge spielte ich den zweiten vor dem ersten Zug und ich hatte alle Hände voll zu tun, die Partie im Gleichgewicht zu halten.

Stefan Kosanke bewies dagegen gegen Nils Dettmnann, dass er den Stellungstyp, der sich nach der Eröffnung ergab, besser kannte und räumte schon einmal einen Bauern ab. Lennart Schneider schien dagegen gegen Jens-Holger Lorenz seiner Stellung mehr zu vertrauen, als diese verdiente. Lorenz hielt alles im Lot und beide tauschten, was das Zeug hielt.

An Brett 4 hatte Wolf Krumbholz keine Probleme mit dem Aufbau von Gert Henkel. Perspektivisch gefiel mir Wolfs Stellung auch um einiges besser. Das konnte Wolf dann auch in den Gewinn eines Bauern umsetzen. Erfreulich die Stellung von Michael Kottke gegen Jörn Gronemann. Beide hatten bei Doppeltürmen und je einem ungleichfarbigen Läufer einen vorgerückten Bauern, nur das der des Ahrensburgers erheblich wackeliger aussah.

Baran Yüksel hatte gegen Wolfgang Suchanek eine Theorietellung auf dem Brett, die wir uns vor einer Weile einmal angesehen hatten. Ich hoffte, dass Baran sich an die verschiedenen Ideen erinnern würde. Bei Jacob Warter gegen Jens Dümmke sah ich für beide Seiten wenig Angriffspotentiel. Bernd Baumast hatte mit den ungeliebten schwarzen Steinen die einzige Oldesloer Stellung, die mir Unbehagen bereitete. Er schlitterte mehr und mehr in eine absolut defensive Stellung. Kompensation war einfach nicht in Sicht. Ob das gut gehen konnte?

Etwas überraschend brachte uns dann Baran in Führung. Nach Augenzeugenberichten (ich war zu sehr mit meiner Partie beschäftigt) war Barans Stellung durchaus bedenklich, als sein Gegner einen Konter übersah. Leider musste dann Bernd passen. Er konnte sein Figurenknäuel rund um seinen König nur mit Materialverlust auflösen. Aber Stefan brachte uns wieder in Führung. Er sammelte Bauer um Bauer ein und schob die Mehrbauern nach vorne. Schummelchancen seines Gegners unterdrückte er im Keim.

An Brett 3 kam Lennart nicht weiter. Sein Gegner gab Dauerschach. Auch Jacobs Partie endete wie ich es erwartet hatte Remis. Leider hatte Wolf seine Stellung zu sehr verschachtelt. Sein Mehrbauer kam nicht zur Geltung und statt des erhofften vollen Punkts gab es nur die Punkteteilung. Bei meinem Versuch, die Stellung kompliziert zu machen, rutschte ich immer weiter in eine etwas schlechtere Stellung, denn Lehmann sah einfach alles. So war es dann eine Erleichterung, als ich vernehmen konnte, dass Michael seine Partie gewinnen konnte. Zwischendurch war ich von Michaels Stellung nicht überzeugt, der setzte aber konsequent auf agiles Figurenspiel, anstatt schnöde Bauern einzusammeln. Die Entwicklung gab ihm Recht.

Zum Abschluss wurden auch meine Bemühungen belohnt. Mein Gegner reichte mir den kleinen Finger und ich nahm ihn, inkl. des restlichen Arms. In Zeitnot wurde meine Gegner zu mutig und plötzlich hatte ich im Endspiel einen Bauern mehr. Nach dem Tausch der verbliebenen Türme zeigte sich die Überlegenheit des Läufers über den Springer. Der entfernte Freibauer machte es natürlich zusätzlich erheblich einfacher. Der Sieg ist mit Sicherheit zu hoch ausgefallen.





Bezirksliga Ost (A): 3. Runde am 12.11.2017: 5,0 : 3,0 gegen den Lübecker V

Niedergerungen

Die Favoritenrolle war vor dem Kampf eindeutig vergeben. Zwar lag unser DWZ-Schnitt über alle Bretter "nur" 60 Zähler unter dem unserer Gegner, aber wenn man die ersten beiden Bretter einmal unbeachtet lässt, sah das schon deutlich anders aus. An den Brettern 3 - 8 waren die Lübecker zwischen 100 bis 300 Zähler im Plus. Dabei konnte man die Spielstärke des Neu-Lübeckers an Brett 1 gar nicht einschätzen. Das sollte sich im Laufe des Kampfes allerdings auch nicht ändern.

Mein junger Gegner, der zuletzt in Lübeck durch starke Leistungen im Blitz und Schnellschach auffiel, hatte das Pech, dass ich mir genau einen Tag zuvor quasi als Fingerübung eine ultra-scharfe Variante angesehen hatte, die ich aus der Vor-PC-Zeit aus dem Fernschach kannte. Da er die Variante augenscheinlich noch nie auf dem Brett hatte, waren seine Chancen, sich zu behaupten eher gering. Ich verlor das Rochaderecht und temporär einen Bauern - ok soweit. Aber als sich der erste Pulverdampf verzogen hatte, stellte mein Gegenüber fest, dass er seinen König nicht aus dem Zentrum bekam. Der Damenflügel (Dame, Läufer, Springer und Turm) war komplett gelähmt und auf der kurzen Seite drohte schlichtweg Matt. In der Folge musste ich nur noch meine letzten Figuren mobilisieren und nach meinem 18. Zug (mit Schwarz) hatte der Lübecker nur noch die Wahl zwischen Matt und Damenverlust. Zum Spielen kamen wir im Grunde gar nicht.

Um 11:45 Uhr begann damit meine Leidenszeit als Zuschauer. An den Brettern 3 - 7 bewiesen die Lübecker zunächst ihren DWZ-Vorteil und setzten die Oldesloer unter Duck. Stefan Kosanke an Brett 2 hatte eine Standart-Aufstellung mit Chancen hüben und drüben. Nach seinen zuletzt starken Leistungen war ich jedoch hier guter Dinge. Sehr gut spielte Bernd Baumast an Brett 8. Unser Nestor ließ nichts anbrennen und hatte eine aussichtsreiche Stellung. Leider fasste Bernd dann einen optisch gut aussehenden Plan, der aber nach hinten losging. Als er durch einen Fingerfehler die Dame einstellte, war die Stellung wohl schon verloren. Zuvor musste Baran Yüksel an Brett 6 die Segel streichen. Sein Gegner fraß zwischendurch einen Bauern und hielt diesen bis ins Bauern-Endspiel fest. Erneut ins Spiel brachte uns Lennart Schneider an Bett 3. Er hatte die Angriffsbemühungen seines Gegners überstanden und setzte zum Konter an. Nach einem mutigen echten Qualitätsopfer fand sein Gegner nicht die korrekte Fortsetzung und wurde im Zentrum überrannt. Eine ganz starke Leistung von Lennart und nach meiner Einschätzung die beste Vorstellung eines Oldesloers an diesem Tag.

Danach konnten die Lübecker erneut in Führung gehen. Wolf Krumbholz griff an Brett 4 schon in der Eröffnung fehl und dieses Mal gelang ihm kein Befreiungsschlag. Er gab aber nicht auf und kämpfte bis zu letzten Patrone. Seine Gegner schwitzte, wehrte aber alle Bemühungen von Wolf ab und holte den Punkt. Als Stefan dann an Brett 2 zum 3:3 ausgleichen konnte, spielten noch Michael Kottke an Brett 5 und Jacob Warter an Brett 7. Beide standen unter Druck. Auch wenn ein Verlust zunächst nicht zu erkennen war, befürchtete ich, dass wir bei 3,5 Punkten hängen bleiben würden. Ich hoffte auf ein 4:4, als Jacob seinen Gegner ansprang. Dieser hatte alle Figuren zum Damenflügel beordert und Jacobs Chancen mit der nackten Dame am Damenflügel unterschätzt. Dann gab es FKK: Nackter weißer König gegen die blanke schwarze Dame. Das Dauerschach war gesichert, aber Jacob wollte berechtigterweise mehr. Zu meinem Entsetzen holte er nicht noch einen Turm zu Hilfe, sondern fraß einen weiteren Bauern und danach gab es keine Schachs mehr. Mit dem Fressen dieses Bauern bekam sein Gegner die Möglichkeit, sich gegen weitere Angriffe zur Wehr zu setzen. Aber dieser ließ diese Chance aus und griff seinerseits beherzt an. Das war nichts für schwache Nerven. Jacob stellte sich seinen Gegner zurecht. Die Engine wies nach, dass Weiß sich mit mehreren einzigen Zügen aus dem Mattnetz hätte entziehen können. Mehr aus Dauerschah wäre nicht drin gewesen, aber nach einem ungenauen Zug von Weiß, opferte Jacob einen Turm und fand den zwangsläufigen Mattweg: 4:3!!

Michael Kottke sah praktisch die gesamte Partie einen auf ihn zulaufenden Gegner. Er kam nie zu seinem angestammten Gegenspiel und verlor dann auch einen Bauern. Dadurch kam er etwas zu Luft, denn er belagerte nun seinerseits einen gegnerischen Bauern. Dem Lübecker gelang es aber, das Kampfgetöse auf den anderen Flügel zu verlagern und grade als Michael den Minusbauern ausgleichen konnte, drohte er am Königsflügel überrannt zu werden. Stark dann die Verteidigung von Michael, der die Qualität spuckte und eine Art Festung aufbaute. Der Lübecker konnte mit der Mehrqualität nicht gut umgehen. Der Qualitätsgewinn gab eine Art Bruch in seinem Spiel. Als er dann noch eine aussichtsreiche Fortsetzung ausließ und die Damen tauschte, war die Stellung von Michael sogar gewonnen. Michael wies dies in hoher Zeitnot im Sicherheitsmodus spielend souverän nach.

Das 5:3 war am Ende vielleicht etwas glücklich, aber in Anbetracht der hohen kämpferischen Leistung durchaus verdient.





Bezirksliga Ost (A): 2. Runde am 08.10.2017: 2,5:5,5 gegen den SV Bargteheide II

Ohne echte Chance verloren

Die 2. Runde der Beziksliga Ost sah in Bargteheide so etwas wie einen Spitzenkampf der Liga. Mit dem SV Bad Oldesloe und eben Bargteheide II trafen die beiden auf dem Papier nach DWZ stärksten Teams aufeinander. Für uns stand die Begegnung allerdings unter keinem guten Stern. Kurz vor dem Kampf musste Matthias Gödelt krankheitsbedingt passen und kein Ersatz weit und breit. Da auch unsere "hängenden Spitzen" nicht einsatzfähig waren, waren die Gastgeber klar favorisiert und das nicht nur, weil sie an 6 der 8 Bretter DWZ-Vorteile hatten.

Nach einer Stunde also 0:1 und noch keine Entscheidung in Sicht. Ich quälte mich gegen Bargteheides Neuzugang Kaloyan Popvasilev mit einer selten gespielten Theorievariante herum. Ich wusste nur noch, dass Weiß etwas besser stehen sollte, aber warum?? Das musste ich am Brett finden. Bei Stefan gegen Knut Ahlers konnte ich kaum hinsehen, denn das Brett stand schon in Flammen. Lennart hatte gegen Jasper Brodtmann ein echtes Figurenknäuel auf dem Brett. Es fiel schwer, am Damenflügel noch freie Plätze zu finden. Dagegen sah es bei Wolf gegen Julian Martens sehr aufgeräumt aus. Dass da Theorie keine Rolle spielte, sollte Wolf entgegen kommen. Michael fand sich gegen Stefan Kröll in einer ungeliebten Variante wieder, hielt aber alles gut zusammen. An Brett 6 hatte Baran gegen Mirko Wendriner in der Eröffnung auf einen Bauerngewinn verzichtet. Er stand aber sicher und musste nur noch einen Befreiungsvorstoß vorbereiten. Jacob Warter hatte gegen Lennart Wollenweber deutlich mehr vom Spiel und aus Oldesloer Sicht die aussichtsreichste Stellung.

Dann die erste Entscheidung: An Brett 5 tanzten beide Gegner ohne echte Feindberührung um einander herum. Hebel waren nicht in Sicht und Michael konnte gegen den stark einzuschätzenden Stefan Kröll einen halben Zähler einheimsen. Leider war mir da ein fataler Fehler unterlaufen. Durch die Vermengung zweier Systeme lud ich meinen Gegner zu einem Standart-Qualitätsopfer ein und musste sehen, wie ich den Laden zusammenhalten konnte. Stefan war nach meinem Geschmack etwas forsch zu Werke gegangen und spielte mit 2 Türmen weniger gegen den König seines Gegners. M.E. ohne viel Aussicht auf Erfolg, aber die Verteidigung ist bei jungen Spielern oft der Pferdefuß. Zu unserem Unglück brach über Lennart dann der schwarze Sturmwind herein. Beim Entwirren des Knäuels blieb Brodmann mit Mehrmaterial zurück. Lennart kämpfte noch verbissen weiter, aber es war ein wohl aussichtsloses Unterfangen. Und da auch Baran nicht zu seinem Befreiungsschlag gekommen war, stand er mit dem Rücken zur Wand und musste hoffen, dass sein Gegner den Dosenöffner nicht finden würde.

Mein junger Gegner ließ sich von den Drohungen gegen seine Stellung nicht beeindrucken und hätte weiteres Material gegeben, um meine Dame für einige Zeit vom Spiel auszuschließen. Da ich keine Möglichkeit fand, dem drohenden Dauerschach zu entgehen und da ich schon 2x in der Partie fehlgegriffen hatte, forcierte ich selber das Remis. Nach 20 Zügen mit Weiß etwas dürftig....

Auch Knut Ahlersd unternahm keine Gewinnversuche, was Stefan nötigte, Dauerschach zu geben. Leider machte da auch Wolf Remis. "Leider", weil sein Gegner seine Stellung total überzogen hatte und Wolf nach großem Abwehrkampf mit vielen kleinen Finessen nicht den Schalter fand, um sich darauf einzustellen, seinerseits seinen Gegner anzuspringen. Da nach Lennart nun auch Barans Stellung unhaltbar geworden war, machte es keinen Sinn für Jacob, seine Partie fortzusetzen, obwohl er sichtliche Vorteile hatte.

Mit nur 5 Remis im Gepäck ging es wieder nach Hause....

Bezirksklasse Ost (A): 2. Runde am 17.09.2017: 2,0:6,0 gegen den SV Bad Schwartau IV

Hierzu liegt mir keine Bericht vor. Aus Oldesloer Sicht ein enttäuschendes Ergebnis mit 6 Niederlagen an den ersten 6 Brettern bei drei Partien, in denen wir favorisiert ins Rennen gehen konnten.



Bezirksliga Ost (A): 1. Runde am 17.09.2017: 6,0:2,0 gegen den Lauenburger SV

Gelungener Auftakt

Im ersten Jahr nach dem freiwilligen Rückzug des Oldesloer Teams aus der Verbandsliga wussten wir nicht so recht, wo wir stehen. Nur drei (und ein halber) Spieler des Vorjahresteams sind im Team geblieben und die zweite Mannschaft musste die Bezirksliga relativ chancenlos räumen. Mit einem "Altjugendlichen" und zwei akuellen Jugendspielern versuchen wir nun einen Neuanfang und der gelang gegen die Mitabsteiger aus Lauenburg ein wenig überraschend recht gut.

Beide Mannschaften traten mit leichten Aufstellungssorgen den Kampf an und auch Lauenburg musste im Vergleich zur Vorsaison neue Spieler rekrutieren, wobei unser Aderlass ungleich heftiger war. Ggf. noch beeindruckt von der hohen Niederlage im vergangenen Jahr starteten die Lauenburger recht vorsichtig. Aber auch unsere Spieler mussten erst einmal den Staub der punktspiel-losen Zeit abschütteln. Meine Beobachtungen der anderen Partien gestaltete sich etwas schwierig, denn mein Gegner zog recht schnell und die Stellung wurde zusehends kompliziert. Am Anfang naturgemäß noch nicht, obwohl ich angesichts von Michael Wichmanns Lieblingsvariante, die in einer für Schwarz recht ambitionslosen und remislichen Stellung landet, gleich mal eine Neuerung entkorkte. Sein schnelles Spiel überraschte mich. Sollte er die Eröffnung gut kennen?? Dann hätte er mir etwas voraus gehabt. Zu meiner Überraschung wickelte mein Gegner die Eröffnung plötzlich in eine spannungsarme Stellung ab. Das gab mir die Chance nach Angriffsmarken zu suchen und die fand ich dann auch, wenngleich noch alles im Lot schien.

Stefan Kosanke hatte derweil eine aus meiner Sicht recht zweischneidige Stellung erreicht mit Schwächen hüben und drüben. Das wollte mir gar nicht gefallen. Lennart Schneider stand mit Schwarz recht sicher, aber einen Dosenöffner konnte ich nicht entdecken. Wolf Krumbholz an Brett 4 hatte eine nach meinem Geschmack wirre Stellung erreicht, in der es aber gut und gerne auch nach hinten losgehen könnte. Dagegen hatte ich bei Michael Kottke den Eindruck, dass sein Gegner den Stellungstyp nicht kannte. Aber auch hier sah ich kaum Möglichkeiten, die Stellung ohne Mithilfe des Gegners zu attackieren. Die Katastrophe sah ich an Brett 6. U14-Spieler Baran Yüksel sah sich Ferdinand Hakopian gegenüber. Eine Art Selfmade-Schachspieler, bar jeglicher Eröffnungskenntnis (1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. d4 Ld6??). Das verleitete unseren jungen Spieler zu absolut sorglosem Spiel, was ihn nur wenige Züge später eine Figur und die Partie kostete.

Immerhin stand Jacob Warter an Brett 7 nach der Eröffnung ohne Sorgen da. Die bereitete mir aber die Stellung vom Matthias Gödelt an Brett 8. Die 4. Stellung mit Weiß, die mir nicht gefiel. 0:1 zurück, kein Ausgleich in Sicht und etliche Problemstellungen. Das brachte mich dazu eine Qualle ins Geschäft zu stecken. Eine zweite Qualle hatte ich noch im Köcher, um mit 2 Läufern auf der Diagonalen gegen den weißen König vorzugehen und gleichzeitig am Damenflügel den einen oder anderen Bauern nach vorne zu drücken. Nach FRITZ absoluter Unfug, aber mein Gegner musste das erst einmal finden. Er nahm die 2. Qualle nicht und versuchte alles zu decken, was ihn allerdings bewegungslos machte. Dann riss ihm der Geduldsfaden, hoppelte mit dem Springer in meine Königsstellung, ohne etwas zu bewirken und ohne Rückzugsmöglichkeit. Das sah extrem gut aus, der Hüpfer gehörte mir!

Gut war auch, dass Stefans Gegner seine Königsstellung lockerte, fast alle Figuren zum Damenflügel bewegte, was Stefan zum Läuferofern auf g6 einlud. Kurz danach war die Partie vorbei. Leider lief Matthias in schwieriger Stellung in eine Springergabel: 1:2. Dann Schlag auf Schlag: Wolfs Gegner fraß mit der Dame einen Bauern, was ihn durch ein Turmschach die selbige kostete: 2:2. Dann hatte auch Michael gewonnen, allerdings habe ich nicht mitbekommen wie er das angestellt hatte. Das Letzte, was ich dort gesehen hatte, war, dass er deutlich besser stand. Aber dass es dann so schnell ging...

Jacob hatte derweil einen Bauern gewonnen, tauschte die Schwwerfiguren, dann die Leichtfiguren und bewies, dass er das Bauernendspiel beherrschte: 4:2. Bei Lennart ging es hoch her. Sein Gegner drohte schlichtweg matt, was nicht gut direkt pariert werden konnte, aber Lennart opferte seine Dame für den Angriffsturm und gewann die gegnerische Dame: 5:2. Mein Gegner versuchte noch alles, gab seinerseits einen Turm für meinen Läufer und bedrängte meinen nackten König, der wurde nur von einem Springer geschützt, aber gegen eine Dame ist das oft die beste Verteidigungsfigur. Kurz danach dann seine Aufghabe zum 6:2 für uns. Das lief besser, als ich befürchtet hatte.

Bezirksklasse Ost (A): 1. Runde am 17.09.2017: 2,0:6,0 gegen den Möllner SV II

Von den einzelnen Partien habe ich praktisch nichts mitbekommen. Auch ein kampfloser Erfolg an Brett 6 täuschte nicht darüber hinweg, dass unser Team den Gegnern hoffnungslos unterlegen war. DWZ-Differenzen von bis zu 500 Punkten kann man schlecht wegdiskutieren.








Autor: Hans-Werner Stark

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