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Berichte aus dem aktuellen Spielbetrieb


Bezirksliga Ost(A): 3. Runde am 24.11.2019. : 4,5 : 3,5 Bad Oldesloe 1 vs. Bargteheide 2

An Tagen wie diesen


Manchmal gehört eben doch auch ein wenig Glück dazu. Das war mein Fazit am letzten Sonntag. Von vornherein war klar, dass Bargteheide ein harte Nuss wird. Von dem DWZ-Durchschnitt der Bezirksliga A sind sie sogar Spitzenreiter. Deshalb machte ich mir eigentlich keine großen Hoffnungen. Dazu kam dann auch noch, dass Matthias Gödelt ausfiel und Michael Kottke durch ein Mißverständnis fast auch nicht gespielt hätte.

Wir zogen also nur "leicht" geschwächt in den Kampf mit Jugendspieler Julius Haas der nebenbei kurz vor seinem Vor-Abitur stand und sich deshalb vor lernen kaum retten konnte. Ein kleine kleine Hürde kam dann auf uns zu, als die Straße gesperrt war, die ich ursprünglich einschlagen wollte. Trotzdem kamen wir nur wenige Minuten zuspät (was gut ist denn ohne mich als Mannschaftsführer würde niemand die genaue [weil aktualisiert] Aufstellung kennen).

Ich hatte es mit einem sehr scharfen Sizillianer zu tun, den ich so noch nie gesehen hatte. Ich nahm den Bauern an, zügelte mich aber meine Entwicklung zu vernachlässigen. Nebenan hatte Stefan Kosanke eine Theoriestellung auf dem Brett, die positionell etwas schlechter für ihn war, aber dennoch war hier noch alles zu holen.
Die bisherigen Partien von unserem Jugendspitzenspieler Baran Yüksel verliefen meist nach einem gewissen "Muster": In der Eröffnung tappt er im Dunkeln, daraufhin spielt er fast schon erschreckend genau, bis sein Gegner einen Fehler macht und er gewinnt. Dieses Mal war es etwas anders.

Michael Kottke hatte eine Art Abtausch-Franzosen auf dem Brett bei dem auf beiden Seiten nicht viel los war. Wolf Krumbholz spielte die Eröffnung sauber herunter und zeigte zunächst kein Zeichen der Erschöpfung. Neuzugang Heiko Behsen baute sich in der Eröffnung etwas "kreativ" auf doch schaffte es zunächst sich gegen seinen stärkeren Gegner zu verteidigen.

Ruben Engels kam in die sogenannte Caro-Kann Eröffnung. Wie ich später erfuhr hatte er keine wirkliche Erfahrung in der Eröffnung und kannte sich mit den Plänen nicht aus. Daher ist es ziemlich bemerkenswert, wie er sich trotzdem sehr sauber entwickelte und den Gegner vor einige Probleme stellte.Julius Haas fand nicht richtig in die Partie. Er überlegte zwar relativ lange für jeden Zug doch schätzte die gegnerische Dame falsch ein. Als er sein Spiel ausweiten wollte haute der Gegner eine Kombination raus und Julius hatte eine Figur weniger. 0 - 1

Sowohl ich also auch Ruben hatten inzwischen eine Figur gewonnen und freuten uns innerlich auf die geistige Erleichterung, doch es sollte noch nicht enden. Mein Gegner suchte den Angriff und setzte alles was er hatte darauf an. Ich blieb locker und spielte auf Verteidigung mit der Absicht, Figuren zu tauschen. Stefan und Michael hatten kurz darauf ein Remis 1 - 2 Wenige Minuten später hatte Heiko Behsen eine klare Gewinnstellung auf dem Brett. Sein Gegner hatte den Abtausch und die vorgerückten Bauern völlig unterschätzt. 2 - 2

Etwa zwanzig Minuten später hatte auch Rubens Gegner aufgegeben. Ruben hatte die Mehrfigur behalten und trotzdem stark weiter gespielt, wenn er auch laut Computer kurz auf Verlust stand. Er gewann in dem er seinen Gegner umwandeln ließ und gleichzeitig Matt und Damengewinn drohte. 3 - 2

Weitere Minuten später hatte ich eine zweite Mehrfigur, doch mein Gegner wollte noch immer nicht aufgeben. Nach einigen weiteren Zügen ließ er sich dann sogar noch mattsetzen. Endlich konnte ich ausatmen... 4 - 2

Als unser Sieg schon so gut wie sicher war, hatte Baran einen Mehrbauern im Endspiel Läufer, Springer gegen Springer, Springer. Er einigte sich jedoch auf Remis, da er das Läufer-Springer-Matt nicht beherrschte. 4 1/2 - 2 1/2 Wolf Krumbholz hatte sich überrumpeln lassen und stand mit einer Minus-Qualle und einer sehr schwierigen Stellung da. Im Endeffekt hätte Wolf noch einige Züge durchhalten können, wollte sich aber nicht weiter quälen.

Endergebnis: 4,5 - 3,5

Ein Ergebnis mit dem ich absolut nicht gerechnet hatte und mich (und wahrscheinlich auch uns alle) an dem Tag in Gute Laune versetzte.




Bezirksliga Ost(A): 2. Runde am 27.10.2019. : 4,5 : 3,5 Bad Oldesloe 1 vs. Ahrensburger TSV 1

Unverhofft kommt oft


Es war unser zweiter Kampf und damit unser erstes Mal Heimspiel. Ahrensburg gehört wie wir zur Mittelklasse und sollte deshalb ein durchaus attraktives Ziel sein, wenn auch dort gerade in der letzten Saison einige bedeutende Fortschritte erzielt wurden.
Ausgerechnet am Sonntag der Umstellung zur Winterzeit, war unser Spiel und ich war der festen Überzeugung, dass irgendjemand (sei es auch aus dem anderen Verein) nicht daran denken würde, und zu früh kommen würde. Doch so kam es nicht und Alle waren ziemlich pünktlich vorort.

Alles verlief reibungslos und die Partien starteten wie geplant um 10:00 Uhr. An 1 Spielte Stefan Kosanke gegen Erwin Lehmann, der zunächst DWZ-technisch klar unterlegen war, sich jedoch trotzem relativ aktiv entwickelte. Ich hatte es derweil mit Gert Henkel zutun, der seit vorheriger Saison einen starken DWZ-Sprung erlebte. Daher war mein DWZ-Vorsprung von über hundert Punkten hier keinesfalls zu Ernst zu nehmen.

Unser Jugendspitzenspieler Baran Yüksel hatte (wie bereits letztes Mal) die Eröffnung nicht ganz korrekt gespielt, doch spielte auf den Fehler seines Gegners extrem akkurat, was ihm einen klaren Vorteil bescherte. Ich war mir bei seinem Anblick nur nicht ganz sicher, ob er sich dessen bewusst war. Michael Kottke hatte sich derweil im abgelehnten Skandinavier eine solide, wenn auch ruhige Stellung aufgebaut.
Wolf Krumbholz hingegen hatte bereits bei meiner ersten Visite eine Wilde Stellung auf dem Brett, bei der er einen Bauern gegen ein wenig Angriff getauscht hatte. Matthias Gödelt hatte einen angenommenen Skandinavier auf dem Brett und befand sich in einer durchaus lukrativen Situation.

Newcomer Heiko Behsen hatte es mit einer ihm komplett unbekannten Eröffnung zu tun (1.F4 [Bird]) und schlug sich dennoch wacker und zog seine Figuren auf gute Felder und verfolgte einen natürlichen Plan. Dieses Mal unterstützte uns unser anderen Jugendtalent Joseph Ho der seinem Gegner, nach einer kleinen Ungenauigkeit seinerseits, gleich mal eine sehr schwierige Stellung aufzwang und sehr genau weiterspielte.

Nach bereits einer Stunde fand ich mich in einer sehr unangenehmen Situation wieder nachdem mein Gegner im Damengambit, nicht wie üblich seinen Läufer auf die lange Diagonale zog, sondern "nur" meinen Springer an die Dame fesselte. Ich fasste einen falschen Plan und schwubs stand ich schlechter.

Unser Spitzenspieler Stefan Kosanke fühlte sich (zumindest augenscheinlich) in seiner Haut pudelwohl. Sein Gegner übersah den taktischen Einschlag auf f2 und Stefan gewann einen Bauern plus Angriff. Baran Yüksel baute sich weiterhin solide auf und stellte seinen Gegner vor gewaltige Probleme. Dieser übersah dann auch gleich, dass er nach einem gewissen Springerzug die Dame hätte geben müssen. Leider übersah Baran dieses Manöver jedoch auch und stand nun objektiv sogar deutlich auf Verlust.
Bei Michael Kottke war in der Zwischenzeit nicht sehr viel passiert. Er hatte starken Angriff und sein Gegner musste lange überlegen. Wolf Krumbholz in einer ähnlichen Situation wie ich wieder, sprich falschen Plan gefasst und nun bestraft vom Gegner.
Matthias Gödelt zeigte sehr starken Spielgeist und verbesserte seine Stellung solange es ging doch hörte dann leider auf. Hier gab es ein frühes Remis gegen seinen fast 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner. Heiko Behsen spielte auch ziemlich sicher, ging keine großen Risiken ein und in einer leicht besseren Stellung hieß es am Ende Remis, von daher auch hier eine saubere Leistung.

Joseph Ho hatte seinen Gegner komplett gegen die Wand gespielt doch übersah dann leider den entscheidenen Zug und verblieb "nur" mit einem Mehrbauern im Turmendspiel. Turmendspiele sind sowieso schon schwierig genug daher sah ich hier ein Remis für Joseph, welches er auch mühelos bekam.
Stefan strotze nur so vor Angriff und zwang seinen Gegner kurzerhand zur Aufgabe. Ich stand vor der Entscheidung: Entweder gebe ich einen Bauern und meine gesamte Initiative oder ich lasse mir einen trippel-Bauern (Doppelbauern + noch einen) geben und behalte etwas Agressivität. Ich hatte dann für letzteres entschieden und versuchte Verzweifelt noch einen halben Punkt rauszuholen. Das gelang mir als mein Gegner zu ungeduldig wurde und nicht damit rechnete, dass ich den Bauern stehen lasse und selber marschiere. Daraufhin war es ein ungleichfarbiges Läuferendspiel... Remis
Barans Gegner hatte seinen gesamten Angriff gegen einen Bauern getauscht. Nun war Baran an der Reihe und zeigte seinem Gegner, wie man richtig angreift. Also hier ein weiterer Punkt für uns. Von hieran hab ich nicht mehr all zu viel von den Partien mitbekommen, da ich mit Joseph bereits am analysieren war. Wolf Krumbholz erzählte mir nacher, dass er ungeheures Glück gehabt habe und eigentlich auf Verlust stand. Dieses Glück fehlte Michael Kottke und er stand im Ende mit einer klaren Qualität weniger da, welches den Verlust mit sich führte.

Endergebnis also: 4,5 - 3,5
Mit so einem Ergebnis hatte ich tatsälich gerechnet, jedoch nicht, dass wir an den hinteren Brettern so gewaltige DWZ-Unterschiede hätten, daher hier ein großes Lob an alle und natürlich auch an Stefan und Baran für die beiden Punkte.




Bezirksliga Ost(A): 1. Runde am 27.09.2019. : 2,5 : 6,5 Bad Oldesloe 1 vs. Kaltenkirchen 1

Auf ein Neues

Es war wieder soweit. Die ersten Mannschaftskämpfe standen an und wieder einmal traten wir im Vergleich zum Vorjahr dezimiert auf. Unser bisheriges Brett 1 hat uns verlassen und selbst unser Brett 3 war soweit nicht in Sicht. Zwar hatten wir nun auch einige neue tatkräftige Gesichter jedoch waren wir was DWZ und Erfahrung angeht einfach ins Minus gekommen. Jedoch auch die Bezirksliga hatte im Vergleich zum Vorjahr rapide an Niveau abgenommen, was uns in die Karten spielte und ich doch Hoffnung auf Klassenerhalt oder mit viel Glück sogar noch mehr sah. Doch nach wie vor bin ich guter Dinge, dass wir einige Erfolge feiern werden.

Kaltenkirchen gehört mit uns zum Mittelfeld dieser Saison. Trotzdem setzten sie in der ersten Runde vergleichsweise sehr starke Spieler ein. Im Klaren waren ihre hinteren vier Bretter unseren klar überlegen. 200 DWZ Vorsprung sind eben doch eine Hausnummer, die man nicht immer überwinden kann. Dazu kam es noch, dass der ehemalige Mannschaftsführer Wolf Krumbholz im Urlaub und somit abstinent war.

Außerdem hörte ich einige Tage vor Sonntag, dass unser großes Auto einen Totalschaden hatte und möchte mich noch einmal hier an die spontane Hilfe von Stefan und Heiko bedanken.

Kurz nach 10 also ging es los. Ich hatte es mit Helmut Kracht zu tun, der etwas verwundert schien, da er mit Andre als Gegner gerechnet hatte. Wir kamen in das Londoner System, wobei es hier in Anführungszeichen zu setzen ist, da einige Ungenauigkeiten dazu führten, dass ich mich mehr entfalten konnte, als es die Theorie normalerweise zulässt. Währenddessen konnte ich bei Stefan ein abgelehntes Wolga-Gambit erkennen. Ich selbe spielte diese Variante nicht und wusste daher nur, dass der Schwarze einen leichten Aufbau hatte. Zu meiner rechten Seite saß unser aller Hoffnung dieser Saison Jugendspitzenspieler Baran Yüksel, der sich gleich in der Eröffnung einen Fehler erlaubte, den der Gegner allerdings nicht ausnutzte.

An Brett 4 hatte sich Michael in der Zeit ruhig aufgebaut und entwickelte sich behutsam. Bei ihm schien sich so bald nichts auf dem Brett zu tun. Bei Matthias war eine Art Englisch auf dem Brett und Matthias schien nicht hundert-prozentig vertraut zu sein. Auf dem Brett von Bernd und seinem Gegner fand ich zunächst einen geschlossenen Sizilianer und ein wenig später ein Doppel-Fianchetto auf Seiten Bernds wieder, was mich ein wenig ins Grübeln brachte. Die Stellung der beiden Läufer war zu grundsätzlich nicht schlecht, jedoch mangelte es meiner Meinung nach an Perspektive.

Neuzugang Heiko Behsen vermengte zwei Systeme im offenen Sizilianer und spielte c4 sowie die große Rochade. Abgesehen von diesem faux pas und einer vergeudeten Chance sah es jedoch ziehmlich akkurat aus. Nachwuchstalent Ruben Engels spielte eine Variante auf d4 die mir einfach auf Grund verschwendeten Potentials nicht gefiel. Objektiv gesehen ist sie nicht schlecht, aber man sollte sie keinem Amateur (dazu gehören wir alle) nicht empfehlen. Er fiel in eine sehr schwierige Stellung mit 2 Springern zurück, die er jedoch ausbauen konnte. Eine wirklich respektable Leistung!

Auf meinem Brett war nicht viel Los. Mein Gegner zog wirr seine Lichtfiguren hin und her und ich fühlte mich immer wohler in meiner Stellung. Ein Fehler kam jedoch von beiden Seiten nicht zu stande, sodass ich nach einer gewissen Zeit einen Plan brauchte, ihn aber nicht fand. Stefan hatte sich inzwischen sehr solide aufgebaut und stand meiner Meinung nach leicht besser, jedoch hatte sein Gegner zunächst das leichtere Spiel.
Baran hatte seinen Gegner komplett überspielt und suchte nun nach der abschließenden Kombination um ihn zur Aufgabe zu zwingen. Die fand er auch, 1-0 also. Michael hatte seinen Gegner ebenfalls überrannt und nahm im einen Springer für einen Bauern und Angriff ab. Matthias hatte nach einigen Bemühungen die Damen getauscht und versuchte nun sein Spiel zu öffnen, was ihm sein Gegner jedoch nicht erlaubte. Bernds Stellung wurde immer verrückter. Ein Spieler konnte sich später nicht erinnern ob da nicht vielleicht Halma gespielt wurde. Jedenfalls sahen weder Bernd noch ich einen Dosenöffner um sich zu befreien, so hatte sein Gegner alle Zeit der Welt.
Heiko hatte währenddessen seinen Gegner massiv unter Druck gesetzt und dann doch leider einen aktiven Springer abgetauscht und stand dann mit dem König relativ nackig da 1-1. Bei Ruben konnte ich meinen Augen kaum trauen. Er hatte aus einer komplett einseitigen Stellung eine spielbare gemacht und wollte nun selbst den Punkt.
Ich hatte inzwischen Remis geboten, da ich nach ein paar Täuschen keinen wirklichen Vorteil mehr in meiner Stellung sah. Ich hätte ganz einfach ein paar Züge zuvor meinen aktiven Springer passiv stellen müssen um ihn nicht zu tauschen, aber daran dachte ich nicht wirklich. 1,5-1,5

Als ich zur Analyse schritt kam auch Stefan mit einem Remis an. 2-2 Und danach ging es Schlag auf Schlag. Ich schaute mir die Bretter erneut an und fand Michael in einer ziemlich brisanten jedoch deutlich bessern Stellung wieder. Matthias hatte sich seinen Turm einsperren lassen und verlor. 2-3 Ruben stand weiterhin gut während Bernd sich weiter einkerken ließ. Wie genau diese Partien endeten habe ich nicht mitbekommen. Ruben holte sich ein mehr als verdientes Remis und Bernd versank in Drohungen. Baran zufolge, hatte es bei Michael einen Figureneinsteller gegeben, der zum Verlust führte.

Endergebnis: 2,5 – 5,5

Nicht unbedingt das womit ich gerechnet hatte, jedoch ein akzeptabler Ausgang, wenn man die Gegebenheiten bedenkt.




Jugendverbandsliga (B): 1. Runde am 22.09.2019. : 1,5 : 2,5 Bad Oldesloe 1 (J) vs. Möllner SV 1 (J)

Jugendverbandsliga (B) - Bad Oldesloe 1 vs. Mölln 1 (J) 1,5:2,5


Gut gekämpft

Vergangene Saison hatte unsere erste Mannschaft oft auf die Nase fallen müssen. Oft waren die DWZ-Differenzen einfach zu groß und die Spieler im Vergleich ihren Gegnern zu unerfahren. Letzten Endes sind wir dann im Mittelfeld gelandet. Doch neue Saison, neues Glück!

Nachdem unser Jugendspitzenspieler Baran Yüksel uns leider nur noch in der Erwachwachsenenliga unterstützt ist unsere erste Jugendmannschaft der klare Underdog in der Jugendverbandsliga B. Nahezu überall sind an den vorderen Brettern gewaltige DWZ-Unterschiede vorhanden. Hinzu kam noch, dass Brett 3 Julius Haas ausfallen musste. Doch trotz all dieser Startkomplikationen ließen sich die Spieler nicht unterkriegen.

Joseph Ho hatte es an eins gegen Luca Benito Krohn zu tun. Ich selbst hatte schon gelegentlich mit ihm zu tun und hatte ihn als kreativen und nicht zu unterschätzenden Gegner in Erinnerung, auch wenn er dazu neigte sich gegen mich passiv hinzustellen. An 2 kämpfte Ruben Engels gegen den DWZ-überlegenen Adam Imanov. Adam war schon häufig durch seinen "speziellen" Spielstil aufgefallen von daher sah ich für Ruben keine Probleme. Aufgerückt spielte an 3 Tassnim Tabakh gegen Christian Ruppert. DWZ war hier so gut wie gleich, von daher hatte ich auch hier gute Hoffnungen. An sprang Schwester Najat Tabakh gegen Joost Möllmann ein. Hier hatten wir jetzt tatsächlich einmal einen DWZ-Vorteil. Alles in allem ging ich von einem 1,5:2,5 bis hin zu einem 3,5:0,5 Ergebnis aus.

Die Bretter wurden eröffnet und Joseph Ho überraschte seinen Gegner direkt mit dem
sehr selten anzutreffendem Königs-Gambit (1.e4/e5 2.f4), einer sehr scharfen
Eröffnung, in der beide Spieler schnell patzen können. Sein 200 DWZ stärkerer Gegner wählte eine Remis-Variante in der Joseph leider als erstes von der Theorie abwich und dann einfach einen Bauern minus hatte. An Brett 2 baute Ruben sich sehr aktiv auf und überspielte seinen Gegner komplett. Als Ruben eine Gabel zum Quallengewinn sah patzte sein Gegner erneut. Anstatt den Turm zu schlagen, nahm Ruben den Läufer auf g2 vom Brett. Ruben selbst hatte währenddessen immer noch seinen Läufer auf b7 stehen, der nun einen Konter-Part mehr hatte und brandgefährlich wurde.

Bei Tassnim war es ein wahres Auf und Ab der Gefühle. Während sie die gesamte Partie ruhig und gelassen den Gegner zurecht schob, traf er die falschen Entscheidungen und stand darauf auf Verlust. Dann jedoch fällte Tassnim eine falsche Wahl und sie stand auf Verlust. Doch trotzdem wollte sie sich nicht unterkriegen lassen und blieb im Turmendspiel schön aktiv, was hier das A und O bedeutet. Das ging soweit, dass ihr Gegner sich auf einen Freibauern versteifte und sie mit dem richtigen Plan
wahrscheinlich hätte gewinnen können. Doch sie verrechnete sich und zog den König anstelle des Turms und konnte den Bauern nicht mehr aufhalten. So jedenfalls die meine Rechnung.

In Gedult und Gelassenheit ging der Preis des Tages definitiv an Najat Tabakh. Nach ungefähr 25 Minuten hatte sie einen Turm mehr und ließ dennoch nichts anbrennen und überstürtzte nichts. Nahezu bei jedem Zug überlegte sie 3 bis 5 Minuten um zu sehen ob es zu ihrem Kandidatenzug noch Alternativen gab. Bei ihr war der Punkt also so gut wie in der Tasche.

Nach weiteren 10 Minuten wurde Joseph Ho weiter zurechtgeschoben und er kam nicht zu eigenem Spiel. Auf die lange Bedenkzeit setzte sich der DWZ unterschied dann eben doch durch. Tassnim war als erste fertig, nachdem ihr Gegner eigentlich alle Möglichkeiten dazu hatte sich eine Dame oder ein paar Bauern zu holen.Doch Tassnim kämpfte wie ein Bär und schaffte es ins Bauernendspiel mit Minusbauern zu kommen, doch auch dieses war verloren. 0:1 Ruben hatte währenddessen leider nicht die richtige Kombination gefunden, um seinen Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Stattdessen
brachte er seine Dame in Sicherheit und wollte es ruhig angehen (Was eigentlich nie verkehrt ist). Doch leider konnte sich sein Gegner aus der misslichen Lage befreien. 0,5:1,5

Najat hatte ihrem Gegner nach und nach alle Figuren abgenommen und zum Schluss noch eine Kombination, die Dame zu gewinnen. 1,5:1,5 Joseph hatte leider nicht ins Spiel zurück gefunden.

Endergebnis also 1,5:2,5

Doch an dieser Stelle muss ich nochmal hinweisen, dass die Spieler meines Erachtens nach alles wie Bären gekämpft haben, also war das Ergebnis völlig in Ordnung.





Autor: Lennart Schneider

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